Ernte zu Paste

Gartentechnisch war dieses Jahr leider kein so gutes Jahr. Erst zu lange kalt, dann zu lange Regen, dann Hochwasser, dann zu viele Mücken, dann zu heiß, dann …

D.h. wir kamen in diesem Jahr nicht wirklich dazu, uns um den Garten zu kümmern. Und das, was wir geschafft haben anzubauen, das wuchs auch nicht so richtig. Außer die Chilis. Die gingen ab wie Schmitz Katze. In vielen bunten Farben und Sorten. Und daraus habe ich jetzt schöne scharfe Paste gemacht. In 23!!! kleinen Gläschen.

IMG_20131124_191345477Ein paar davon werden wir sicher zu Weihnachten verschenken. Und eins geht in den Netz39 e.V. Und den Rest biete ich jetzt hier feil. Wer es also gerne etwas schärfer hat, der möge mir einen netten Kommentar hinterlassen oder mich einfach ansprechen. Nur so lange der Vorrat reicht. Und nächstes Jahr gibt’s sicher wieder Chilis.

Update: Aahhhrg, QR code auf gekrümmten Flächen ist nicht so der Bringer. Good to know! Also entweder Aufkleber abpulen oder hier: donate_btc

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Voting for nerds.

tl;dr: Wo man sein Kreuzchen setzt, ist eigentlich nur das Ergebnis eines hochdimensionalen aber linearen Least-Square Problem mit Nebenbedingungen.

Es gibt wohl Leute, die wählen oft aus dem Bauch heraus, so nach Gefühl und Symphatie. Parteiprogramme sind da eher zweitranging. Aber als Nerd und somit logisch und scharf analytisch denkender Mensch hat man diese Option nicht. Man braucht harte Fakten und kühle Diagramme um Entscheidungen zu treffen. Nun sind es aber leider nur noch wenige Tage bis zur Bundestagswahl und um mir jedes Parteiprogramm anzuschauen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede in einer großen bunten Matrix darzustellen, fehlt mir leider die Zeit. Und selbst wenn ich diese große bunte Matrix hätte, woher weiß ich dann welche Partei oder welcher Kandidat am ehesten mit meiner persönlichen Meinung übereinstimmt. Das ist ein riesiges Optimierungsproblem mit einer Menge von Nebenbedingungen.

Ich möchte daher im Folgenden eine simple aber effektive Methode vorstellen, um die Partei bzw. die Linearkombination von Parteien (=Koalition) zu finden, die persönlich am besten zu einem passt. Dazu werde ich zunächst die Methode an einem kleinen abstrakten Beispiel erläutern und im Anschluss auf die Kandidierenden zur Bundestagswahl 2013 im Wahlkreis Magdeburg anwenden.

Die Methode
Zunächst möchte ich einige Annahmen treffen. Erste und wichtigste Annahme ist: Wir können Thesen/Forderungen formulieren, die man entweder ablehnen kann oder denen man zustimmen kann. Ein neutraler Standpunkt sei auch erlaubt. Dem ordnen wir jetzt sinnvoll numerische Werte zu, und zwar:

  • eine 1, wenn man der These absolut zustimmt,
  • eine 0, wenn man der These gegenüber neutral ist,
  • und eine -1, wenn man die These absolut ablehnt.

Prinzipiell sind auch Werte zwischen -1 und 1 möglich, zum Beispiel wenn man einer These im Prinzip zustimmt, aber vielleicht unter Vorbehalt oder mit ein paar Abstrichen. Schließlich ist nicht alles nur schwarz-weiß. Dann kann man zum Beispiel eine 0,9 für die These geben. Im Folgenden bleibe ich aber ersteinmal bei 1, 0 und -1.

Stellen wir uns also vor, es gäbe nur 2 Thesen, zum Beispiel:

  • These 1: Deutsche Waffenexporte sind voll in Ordnung.
  • These 2: Einmal pro Woche sollen Kantinen nur noch fleischlose Kost anbieten.

Dann spannen diese zwei Thesen einen 2-dimensionalen Raum auf, der in jede Richtung durch [-1,1] begrenzt ist. In der folgenden Abbildung in a) wäre das also der grau hinterlegte Bereich. Jede politische Meinung existiert also nur innerhalb des grauen Bereiches.

voting4nerds_fig1Stellen wir uns weiterhin vier Parteien P1, P2, P3 und P4 vor, die zu den beiden Thesen unterschiedliche Meinungen haben (rote Kreise in Teil b) in obiger Abbildung). P1 findet zum Beispiel den Export von deutschen Rüstungsgütern total toll und hätte auch gerne 1mal pro Woche ein fleischloses Gericht per Gesetz. P4 hingegen will die Bürger nicht bevormunden und zum Export von Rüstungsgütern ist P4 neutral. Die Parteien spannen also einen Unterraum auf (hier in grün).

Außerdem gibt es natürlich noch Wähler W1, W2 und W3 (blaue Quadrate), zu sehen in obiger Abbildung Teil c). Diese Wähler haben in der Regel etwas andere Einstellungen als die Parteien. Für W1 wäre es wünschenswert, wenn P1 und P2 zu gleichen Teilen die Regierung stellen. Dann würde der fleischose Tag in deutschen Kantinen auf jeden Fall durchgesetzt und bei der Exportproblematik findet sich hoffentlich ein guter Kompromiss. Für W2 wären mehrere Koalitionen möglich, z.B. wenn P1, P3 und P4 die Regierung stellen, oder P1, P2 und P4, oder sogar alle Parteien. Eine Koalition von P1, P2 und P3 oder P2, P3 und P4 würde jedoch die Meinung von W2 nicht vollständig repräsentieren können, weil diese Konstellationen Unterräume aufspannen, in dem W2 nicht Teil ist. Aus Optimierungsgründen verlangen wir aber, dass wir die Anzahl der Parteien minimieren wollen. Daher kommt für W2 nur eine Koalition aus P1, P3 und P4  oder  P1, P2 und P4 in Frage.

Wähler W3 hat leider Pech, da keine Koalition seine Meinung abdecken kann. Er liegt außerhalb des grünen Bereiches.

Zusammenfassend ist es also wünschenswert, wenn man eine Linearkombination von Parteien (Koalition) findet, sodass die resultierende Meinung der eigenen am nächsten kommt. Wir müssen also nur ein lineares least-square Problem mit Nebenbedingungen lösen. Dieses sieht dann allgemein so aus:

\underset{\mathbf{x}}{\min}\, \frac{1}{2}||\mathbf{C}\,\mathbf{x}-\mathbf{d}||^{2}_{2}

In der Matrix \mathbf{C} stecken die Meinungen aller Parteien. Für obiges Beispiel sieht das so aus:

\mathbf{C}=\begin{bmatrix} 1 & -1 & -1 & 0 \\ 1 & 1 & 0 & -1 \end{bmatrix}

und in \mathbf{d} steckt die eigene Meinung. Für Wähler W1 wäre das dann

\mathbf{d}=\begin{bmatrix} 0 \\ 1 \end{bmatrix}.

Den Vektor \mathbf{x} (also die Gewichtung (Linearkombination) der Parteien) wollen wir jetzt so wählen, dass unsere eigene Meinung möglichst gut wiedergegeben wird. Allerdings müssen wir noch ein paar Anforderungen an \mathbf{x} stellen. So sollte \mathbf{x} \ge 0 gelten, da wir die Parteien nur positiv oder mit 0 (Null) gewichten wollen. Außerdem sollte die Summe der Gewichte gleich 1 sein, also ||\mathbf{x}||=1 gelten.

Um dieses Optimierungsproblem zu lösen, kann man z.B. Matlab mit der Funktion lsqlin() verwenden. Der Programm-Code sieht dann in etwas so aus:

C = [1 -1 -1 0; 1 1 0 -1]; % Meinungen der Parteien
% d = [0; 1]; % Meinung von W1
% d = [0; 0]; % Meinung von W2
d = [1; -1]; % Meinung von W3

A = [];
b = [];
Aeq = ones(1,size(C,2));
beq = 1;
lb = zeros(1,size(C,2));
ub = [];
[x,n] = lsqlin(C,d,A,b,Aeq,beq,lb,ub)

Die Funktion lsqlin() gibt uns auch noch die Norm n zurück, also den Abstand der Wählermeinung von der Linearkombination der Parteien. Für W1 und W2 ist der Abstand 0 (Null), da die Meinung dieser Wähler in dem Unterraum der Parteienmeinung liegt, aber für W3 wird dieser Abstand ungleich Null sein.

Für das kleine Beispiel erhalten wird dann folgendes Ergebnis:
W1: \mathbf{x} = [0.5,\;0.5,\;0.0,\;0.0]^{\mathrm{T}} und n=0.
W2: \mathbf{x} = [1/3,\;0.0,\;1/3,\;1/3]^{\mathrm{T}} und n=0.
W3: \mathbf{x} = [0.2,\;0.0,\;0.0,\;0.8]^{\mathrm{T}} und n=0.8.

Für W1 erhalten wir also genau das Ergebnis, welches wir schon vorrausgesagt haben. Für W2 wäre ein Koalition aus den Partein P1, P3 und P4 am besten, wobei alle drei Parteien die gleich Anzahl an Abgeordneten hätten. W3 liegt mit seiner Meinung leider außerhalb der Parteienmeinung, trotzdem liefert die Optimierung, dass eine Koalition von P1 und P4 am besten für W3 ist, und zwar so, dass 80% der Abgeordneten zu P4 gehören und 20% zu P1.

In diesem einfachen 2-dimensionalen Fall hätte man die Ergebnisse vermutlich auch mit der Methode des scharf Hinsehens erhalten. Bei der bevorstehenden Bundestagswahl sind die Thesen/Forderungen aber wesentlich komplexer und lassen sich nicht mehr im 2-dimensionalen Raum darstellen.

Anwendung auf die Kandidierenden zur Bundestagswahl 2013 im Wahlkreis Magdeburg
Wenn man mal zu abgeordnetenwatch.de surft und sich den Wahlkreis Magdeburg anschaut, dann stellt man fest, dass den folgenden Kandidierenden:

  • Tino Sorge
  • Burkhard Lischka
  • Stephan Bischoff
  • Sven Fricke
  • Rosemarie Hein
  • Jörg Schulenburg
  • Josef Fassl
  • Christian Heimann

insgesamt 24 Thesen vorgelegt wurden. Die Antwortmatrix (also Meinungen) der Kandidierenden sieht so aus (wenn ich mich nicht vertan habe):

\mathbf{C}=\begin{bmatrix}  -1 &	-1&	-1&	-1&	-1&	-1&	0&	-1\\  -1&	1&	1&	0&	1&	1&	1&	1\\  -1&	1&	1&	1&	1&	1&	1&	1\\  -1&	-1&	0&	-1&	1&	1&	1&	-1\\  1&	-1&	-1&	1&	-1&	-1&	0&	1\\  1&	-1&	0&	1&	1&	0&	0&	-1\\  1&	1&	0&	-1&	1&	1&	-1&	-1\\  1&	1&	0&	1&	-1&	-1&	-1&	1\\  0&	1&	1&	-1&	1&	1&	-1&	1\\  1&	1&	1&	1&	1&	1&	1&	0\\  -1&	-1&	-1&	0&	-1&	0&	-1&	-1\\  1&	1&	1&	1&	1&	1&	1&	-1\\  1&	-1&	-1&	1&	-1&	-1&	-1&	1\\  1&	-1&	1&	-1&	-1&	-1&	-1&	1\\  1&	1&	-1&	1&	-1&	-1&	-1&	1\\  -1&	-1&	1&	-1&	1&	1&	1&	-1\\  1&	-1&	-1&	0&	-1&	-1&	-1&	-1\\  -1&	1&	1&	0&	0&	0&	-1&	0\\  -1&	-1&	1&	-1&	1&	0&	1&	-1\\  0&	1&	1&	-1&	1&	1&	0&	1\\  -1&	1&	1&	1&	1&	1&	0&	0\\  1&	-1&	-1&	1&	-1&	-1&	0&	-1\\  1&	1&	1&	-1&	1&	0&	1&	1\\  0&	1&	1&	1&	1&	1&	1&	1 \end{bmatrix}

Jetzt braucht man nur noch die Meinung eines Wählers, d.h. die Wählerin oder der Wähler geht für sich auch die 24 Thesen durch und bewertet diese. Zum Beispiel so:

\mathbf{d} = [-1,	1,	1,	1,	-1,	1,	1,	-1,	1,	1,	-1,	1,	-1,	-1,	0,	0,	-1,	0,	1,	1,	1,	-1,	-1,	1]^{\mathrm{T}}

Dieser Wähler würde dann

x =
0.0000
0.0098
0.0000
0.1196
0.5299
0.3407
0.0000
0.0000

n =
4.3225

als Matlab-Ausgabe erhalten. D.h. seine Meinung kann nicht vollständig repräsentiert werden. Am dichtesten käme dem Wähler aber eine Kandidaten-Mischung aus rund 53% Rosemarie Hein, 34% Jörg Schulenburg, 12% Sven Fricke und 1% Burckhard Lischka.

Leider kann man Kandidaten (noch) nicht so einfach mischen. Der Wähler muss hier dann leider doch auswählen. Aber vielleicht wird ja in Zunḱunft das Wahlrecht so angepasst, dass solche Gewichtungen Berücksichtigung finden.

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Bürger fragen, Politiker antworten (meistens nicht).

So kurz vor der Bundestagswahl gleichen die Fußgängerszonen in den Städten einer Cocktail-Bar zur Happy Hour: überall bunte Schirmchen … rot, grün, orange, gelb, etc. Und darunter kleine Tischchen mit Parteisoldaten auf Stimmenfang.

Die großen Parteien simulieren Bürgernähe.

Plötzlich sind sie alle da und stellen sich den Fragen der Bürger, die sie 4 Jahre lang ingnoriert haben. Nagut, ich will hier jetzt nicht pauschalisieren. So schlimm ist es nicht. Es gibt durchaus große Unterschiede zwischen den Parteien. Um das Ganze mal in Zahlen zu fassen, kann man sich zum Beispiel auf abgeordnetenwatch.de umschauen, welche(r) Abgeordnete des jetztigen Bundestages wieviele Fragen gestellt bekommen hat und wieviele sie oder er davon beantwortet, bzw. mit einer Standard-Antwort à la “Fragen bitte nur über meine Pressestelle …” abgebügelt hat.

Wenn man das dann für alle Abgeordneten des 17. Bundestages macht und schön nach Partei aufschlüsselt, dann erhält man folgendes überaschendes Ergebnis:

Antwortverhalten der Bundestagsabgeordneten

Darüber hinaus lohnt sich auch noch ein Blick auf die einzelnen Spitzenkandidaten der Parteien:

  • Angela Merkel (CDU): 956 Fragen, davon 0 beantwort (0,0%).
  • Peer Steinbrück (SPD): 281 Fragen, davon 1 beantwortet (0,4%).
  • Rainer Brüderle (FDP): 253 Fragen, davon 148 beantwortet (58,5%).
  • Jürgen Trittin (Grüne): 522 Fragen, davon 424 beantwortet (81,2%).
  • Gregor Gysi (Linke): 1012 Fragen, davon 979 beantwortet (96,7%).

Ich überlasse es jedem selbst, daraus Schlüsse zu ziehen und diese ggfs. in das eigene Wahlverhalten am kommenden Sonntag einfließen zu lassen.

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Irgendwas mit Bilder/Dateien gelöscht und wieder herstellen

Ihr kennt das ja: man ist mit dem Format der Bilder auf seiner Digital-Kamera äußerst unzufrieden und möchte das gern ändern. Wie ändert man also das Format? Und während man sich das so fragt und nebenher im Kamera-Menü umherscrollt, wird einem auch schon die Lösung in Form eines Buttons mit der fetten Aufschrift “Formatieren” angezeigt. Hah, ja genau, das muss es sein. Also draufgeklickt und schon sind die Bilder in einem neuen schicken Format … auf einmal alle weg. Ups!

Klingt lustig? Ist es auch aber nicht, denn in letzter Zeit häufen sich bei mir die Anfragen mit: “Gugge mal, alles weg. Was mach ich denn jetzt? Wenn das $person erfährt, dann $schlimmeDinge. Kannste mir nicht helfen?” Klar kann ich, nicht immer, aber oft. Und wer jetzt wissen will, wie ich das mache, bzw. es mal selbst machen will, der muss jetzt weiter lesen.

0. Kamera aus!
Falls man aus Versehen mal die Bilder von seiner Kamera gelöscht hat, dann SOFORT!!! Kamera aus und SD-Karte raus. Und NICHT erst noch andere Dinge damit fotografieren. Das gilt übrigens auch für das versehentliche Löschen aller anderen Daten. Im Fall der Fälle also immer sofort das jeweilige Gerät ausschalten und am besten den jeweiligen Datenträger (SD-Karte, Festplatte, USB-Stick, …) entfernen. Ansonsten verringert man die Chance seine Bilder/Daten wiederzubekommen enorm.

1. Vorbereitungen
Außergewöhnliche Umstände erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Daher ist es ersteinmal notwendig, sich von seinem geliebten gehassten Microsoft Windows Betriebssystem zu trennen und sich eines der vielen Linux-Systeme zu installieren. Der lokale Hackerspace veranstaltet sicher hin und wieder eine Windows-DeInstallations-Party. Sollten beim Systemwechsel Daten verschwinden, so finden auch hier die Hinweise dieses Blog-Postes Anwendung. Also, keine Scheu, und das Windows gegen ein schickes, schnelles Linux getauscht. Dann braucht man nur noch eine Handvoll kleiner nützlicher Helfer, die da wären: gddrescue, recoverjpeg oder foremost, und exiftool. Und schon kann es los gehen.

2. Abbild erstellen.
Zuerst ist es wichtig von dem betreffenden Datenträger ein Abbild zu erstellen. Das hat den Vorteil, dass man nicht mit dem Datenträger selbst arbeiten muss, sondern eben dazu das Abbild verwenden kann. Ist besser so, kannste mir glauben.
Also betreffendes Gerät einstöpseln und das device ausfindig machen (z.B. /dev/sdb). Dann ein Terminal öffnen und so etwas in der Art eintippen:
ddrescue /dev/sdb rettung.img rettung.log
Dann vergehen ein paar Minuten und wenn man Glück hat, hat man jetzt zwei neue Dateien, nämlich “rettung.img”; das ist die Abbild-Datei, die wir haben wollten und noch ein Log-File “rettung.log”. Das Log-File braucht man eigentlich selten, aber wenn, dann oft.

3. Die Bilder/Dateien retten
Jetzt kommen wir zur eigentlichen Rettungsaktion. Dazu brauchen wir einen Jeep, 2 Kisten Feuerwerkskörper, eine Stichsäge, 3 dutzend Parallelschraubzwingen und eine Schachtel mit fünf Löchern. Wir haben die Wahl zwischen den beiden Programmen recoverjpeg und/oder foremost. Das erste, also recoverjpeg macht genau das und auch nur das, wie es heißt: es findet Bilder (jpeg) wieder. Also eigentlich genau das, was wir wollen. Also wieder ein Terminal öffnen und recoverjpeg auf das Abbild loslassen, z.B. so hier:
recoverjpeg rettung.img
Jetzt vergehen wieder ein paar Minütchen und schwups sind hoffentlich (fast) alle Bilder wieder da, wenn auch mit blöden Namen (aber dazu später mehr).
Viel cooler ist aber das kleine Programm foremost. Das kann nämlich nicht nur Bilder wieder herstellen, sondern auch viele andere Dateien. Zum Beispiel mp4. Falls man mit seiner Digitalkamera auch Videos aufgenommen hatte, ist das ganz nützlich. Der Name foremost kommt übrigens von Most und Fore. Most ist klar, das ist, wenn man z.B. aus Äpfeln Saft macht, dann nennt man das Most, also in dem Fall Apfelmost. Und Fore, das ist ein Volk in Papua-Neuguinea. Jedenfalls gibt’s da so Schamanen, die aus Früchten, deren Namen ich schon wieder vergessen habe, eben einen Most machen, der so eine Art Zaubertinktur ist. Denn wenn man diesen Most bei Vollmond über den Datenträger kippt, dann sind alle jemals auf diesem Datenträger gespeicherten Informationen wieder vollständig vorhanden (und der Datenträger total verklebt). Daher der Name des Programms. Das Programm funktioniert zwar auch wenn nicht Vollmond ist, aber dafür findet es nicht alle jemals auf diesem Datenträger gespeicherten Informationen wieder, sondern nur nen paar. Weil das Programm aber nach dieser Zaubertinktur benannt ist, sieht auch die Terminal-Eingabe mehr nach Zauberspruch aus. Also wieder ein Terminal öffnen und folgende magische Zeichenfolge eingeben:
foremost -t all -i rettung.img
Wieder ein paar Minuten warten und wie von Zauberhand ist da plötzlich ein Ordner namens “output”. So hieß übrigens auch der Schamane aus dem 12. Jahrhundert auf dem das Rezept für die ForeMostTinktur zurückgeht. In diesem Ordner sind dann jedenfalls im günstigsten Fall mehrere andere Ordner, in denen sich die wiedergefundenen Daten befinden. Im Ordner jpg sind dann z.B. die Bilder und im Ordner mp4 z.B. die Videos. Aber wieder mit ziemlich blöden Namen.

4. Blöde Namen ändern
Wenn man denn etwas Glück hatte und sich das ein oder andere Bild (bzw. die ein oder andere Datei) wieder herstellen ließ, dann haben diese i.d.R. jetzt ziemlich blöde Namen. Bilder, die mit einer Digital-Kamera aufgenommen wurden, beinhalten i.d.R. aber zum Glück ein paar nützliche Informationen, wie z.B. Belichtungszeit, Kamera-Typ oder Aufnahmedatum. Letzteres ist in jedem Fall eine nützliche Information, die man für den Dateinamen nutzen kann. Also öffnen wir wieder ein Terminal, wechseln in das Verzeichnis wo die Bilder liegen und geben folgendes ein:
exiftool '-FileName<CreateDate' -d %Y%m%d_%H%M%S%%-c.%%e ./
Und siehe da, die Bilder heißen plötzlich irgendwas mit JahrMonatTag_StundeMinuteSekunde.jpg, was IMHO wesentlich sinnvoller ist, als vorher.

So, das war’s auch schon. Achso, eins noch: Esst mehr Obst. Macht Backups!!!

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Alltags-Hacker

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Bilder-Messie

Ich hebe ja ungern Dinge lange auf. Was nicht mehr gebraucht wird, kommt weg. Kleidung zum Beispiel, die ich lange nicht benutzt habe, kommt in die Altkleidersammlung. Mein Besitzstand ist also recht gut überschaubar: Bücher, PC, etwas Unterhaltungselektronik, Werkzeug, etwas Camping-Zeugs, Gartengeräte und eine Hand voll Möbelstücke. Also alles im Prinzip Dinge, die man mehr oder weniger regelmäßig braucht und benutzt.

Vermutlich liegt das u.a. daran, dass ich ziemlich oft umziehe, bzw. umgezogen bin. Spontan kann ich mich an gut 15 Umzüge zurückerinnern. Zudem habe ich es gern überschaubar.

Nur bei digitalen Bildern will mir das nicht so recht gelingen. Mittlerweile haben sich auf verschiedenen Festplatten GBs von unscharfen, verwackelten und viel zu dunklen Fotos angesammelt. Unmengen von Bildern mit langweiligen Landschaften und nichtssagenden Gebäuden. Schlimm!

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Wozu selbst etwas lernen …

wenn man jemanden kennt, der es kann?

Der BILDUNGSEXPERTE!!! der Hamburger CDU ist jedenfalls der Meinung, dass man selbst keine Bildung braucht, solange es jemand anderes kann:

ScreenshotTwitter_WalterScheuerl

  • Wozu noch Fahrerlaubis machen? Leg ich mir halt einen Chauffeur zu!
  • Wozu noch eine Ausbildung zum Handwerker machen? Schau ich halt ins Branchenbuch!

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Dieser Affenverein von Programmierern

Dieser Post ist die Forsetzung dieses Posts hier. Er ist außerdem ein Resultat aus einem geführten Gespräch. Und er spiegelt eingentlich auch unsere Erfahrungen aus den letzten Monaten wider.

Worum geht es also?

Es geht, wie der Titel mehr oder minder vermuten lässt, um den Verein Netz39 e.V. Gut sichtbar prangt auf der Startseite die Aussage, dass der Verein den lokalen Hackerspace darstellt. Und auch was ein Hackerspace ist, lässt sich direkt darunter finden oder auch hier. Aber vielleicht ist der Ein oder die Andere an dieser Stelle schon abgelenkt. Hacker? Sind das nicht die Bösen™?

Max Planck im 3D-Drucker

Max Planck im 3D-Drucker.

Max Planck Büste mit nachgedruckten Pendant

Max Planck Büste mit nachgedrucktem Pendant.

Und wenn wir nicht die Bösen™ sind?

Aber eigentlich versteht sich das Netz39 als viel mehr, als die Berichterstattung in der allgemeinen Presse über Hackerspaces vermuten lässt. Hacken behandelt eben nicht explizit das Eindringen in fremde Netze und das unerlaubte Herumspielen mit Daten. Davon distanzieren wir uns. Der Verein versteht sich vielmehr als Anlaufpunkt für Bastelfans, Technikinteressierte, Programmierer und und und.

Und was machen wir dann?

In der heutigen Zeit verläuft vieles immer mehr und mehr in vorgeschriebenen Bahnen. Das fängt bei der Ausbildung oder der Arbeitswelt an und hört nicht nur bei der geplanten Obsoleszenz auf. In der 2-Zimmer-Wohnung kann man nicht mehr nach Gutdünken schalten und walten. Und für Kreativität bleibt da nicht viel Platz.

Bastelbereich

Bastelberich im Netz39, Photo von Frank Zisko, 2013, Lizenz: CC-BY-SA-3.0

Wir wollen aber kreativ bleiben. Wir wollen Sachen machen. Und vielleicht auch nicht mit einem wirtschaftlichen Gedanken dahinter. Sondern wir wollen Dinge verstehen, entwickeln und lernen. Wir wollen Sachen ausprobieren. So entstand nicht zuletzt, die geodätische Kuppel, die man im Blog-Header sieht.

Gefräste Brettchen und Hölzer mit dem Logo des Magdeburger Kybernetiker-Vereins

Logo des Magdeburger Kybernetiker e.V. in ein Holzbrett gefräst, aus dünnem Bastelholz ausgefräst und aus dem 3D-Drucker.

Und eben dafür bietet der Verein die Resourcen. Räume um kreativ zu sein, mit Technik umzugehen, auch zu programmieren wenn man will. Und auch um gleichgesinnte Leute zu treffen, mit ihnen zu basteln, diskutieren und sich gegenseitig zu helfen. Und eben auch in nicht vorgeschriebenen Bahnen, siehe wieder auch den vorherigen Post.

Ja, aber was machen wir wirklich?

Wenn jemand Neues zu uns kommt, und uns fragt, was man bei uns machen kann, dann sagen wir “Alles”. Und das meinen wir auch so. Natürlich darf man nicht das Haus in die Luft sprengen oder geltendes Recht verletzten. Aber ansonsten sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Werkstatt im Netz39, Photo von Frank Zisko, 2013, Lizenz: CC-BY-SA-3.0

Werkstatt im Netz39, Photo von Frank Zisko, 2013, Lizenz: CC-BY-SA-3.0

Mittlerweile ist der Verein sogar schon recht gut ausgestattet. Es gibt eine Werkstatt mit diversen Maschinen, unter Anderem eine CNC-Fräse. Es gibt diverse Lötstationen im Bastelbereich vorn, wo auch der 3D-Drucker steht. Man kann seine eigenen Platinen ätzen und vieles mehr ist in Planung.

20130523-190447

Vortragsathmospäre

Und es wird nicht nur gebaut und programmiert, sondern es finden auch Vorträge statt. Zum Beispiel war letzte Woche der @luebbermann von Premium-Cola im Verein, um im vollbesetzten Haus einen Vortrag über “Wirtschaft hacken” zu halten. Das heißt es wird bei uns auch in lockerer Runde gekocht, diskutiert und gefachsimpelt.

Und was kann man dann bei euch machen?

Also entweder kommt man vorbei, weil man schon total die coolen Ideen hat, aber der Vermieter irgendwie was gegen Säuren hat.

Oder man kommt einfach mal so vorbei. Lässt sich die Räume zeigen. Kocht mit uns und erzählt mit uns und schaut in gemütlicher Runde dem 3D-Drucker in Lagerfeuer-Atmosphäre zu.

Küche im Netz39, Photo von Frank Zisko, 2013, Lizenz: CC-BY-SA-3.0

Küche im Netz39, Photo von Frank Zisko, 2013, Lizenz: CC-BY-SA-3.0

Man kommt einfach mal zu Vorträgen oder nimmt an den später geplanten Workshops zu Information, Datenschutz und dem allgemeinen Umgang mit dem Internet/seinen Daten oder Ätzen, Löten, Fräsen teil.

Der Verein lebt von und durch Mitmachen. Kommt vorbei. Schaut rein. Hier wird nicht nur gehackt.

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Wider der Vernunft

Neben den laufenden Doktorarbeiten, den Hobbies und Vereinsmitgliedschaften bietet sich uns sogar ab und zu mal die Gelegenheit zum sozialen Kontakt. Diese gab es vergangenes Wochenende sogar gleich mehrfach. Und dabei kommt man dann durchaus auch schonmal ins Reden. Über das Leben, das Universum und den ganzen Rest halt, [1]. Dabei ergaben sich zwei Gespräche. Das Resultat des Ersten erfolgt (nicht-chronologischer Reihenfolge) als nächster Post. Das Resultat des Zweiten heute. Und wir geben zu, wir schwafeln momentan soviel, weil wir nicht recht Zeit finden, um fundierte Posts mit vielen bunten Bildchen zu generieren.

Man muss noch Chaos in sich haben,
um einen tanzenden Stern gebären zu können.

Also sprach Zarathustra — Friedrich Nietzsche, [2]

Wir werden geboren. Wir gehen zu Schule. Fangen eine Lehre an oder ein Studium. Bekommen Kinder und arbeiten für die nächsten 40 bis 50 Jahre, [3]. Und auf dem Weg fragen wir uns, wann wir erwachsen geworden sind.

Erwachsen werden. Was heißt das eigentlich, [4]? Irgendwie passiert das so zwischendrin. Während des Abiturs fangen die Meisten an, sich zu überlegen was man denn eigentlich will. Und anstelle des einsamen Berufs des Astronoms in den Anden in Peru, wählt man dann halt den (von den Eltern vorgeschlagenen) vernünftigeren Berufs des Ingenieurs, weil die ja in Deutschland gesucht werden. Und da gibt es gut Geld. Und gesellschaftliches Ansehen. In den ersten Jahren des Studiums war man bisher noch recht kreativ. Bastelte an irgendwelchen Projekten rum. Und suchte sich seine Nische und Freundskreis und ging vielleicht dem ein oder anderen Hobby nach. Nach Bologna, [5], sieht das vermutlich alles ganz anders aus. Hochschulen arbeiten vielmehr nach dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit. Die Studenten sollen schnellstmöglich ausgebildet werden, um eben der Wirtschaft als motivierte Arbeitskräfte zur Verfügung zu stehen. Und wenn das noch nicht schnell genug oder kostengünstig genug geht, dann muss man halt an der Uni noch etwas rumsparen, [6].

Da demonstrieren gebildete Menschen auf Marktplätzen nur für ihre eigene Sache.

Jens Bullerjahn, [7]

Auf der anderen Seite fehlt es aber immer mehr an kreativen Köpfen. Die letzten großen Erfindungen? In den letzten 20 Jahren ist da nicht viel passiert im Vergleich zu den Quantensprüngen am Anfang des letzten Jahrhunderts. Man sagt über die Mathematiker, dass sie ihre schönsten Beweise in jungen Jahren liefern. Und nicht ohne Grund gibt es den Fields Preis, [8], an unter Vierzigjährige verliehen. Aber so richtig viel bewegt hat sich nicht in den letzten Jahren, [9].

Um tolle Ideen zu haben, muss man noch unkonventionell denken. Hat man erst gelernt, was alles nicht geht oder welche Richtlinien man für was einhalten muss, dann schränkt das enorm ein. Dann bleibt kein Spielraum für verrückte Ideen. Um Dinge einfach mal auszuprobieren. Oder auch um einfach mal Fehlschläge hinzunehmen.

Vielleicht ist es vernünftig, etwas zu studieren, was einem Geld bringt. Vielleicht ist es vernünftig, dieses Studium nach 3 Jahren abzuschließen um dann zu arbeiten und eine Familie finanzieren zu können. Aber vielleicht ist gerade die Unvernunft das, was uns glücklich macht. Eben ein Studium, dass uns Spaß und stolz macht. Eine Weltreise, die uns zwar unvernünftiger Weise eine Lücke im Lebenslauf beschert, aber dafür unseren Horizont erweitert, uns bildet und menschlich voran bringt. Auch wenn wir dann vernünftigerweise das Geld nicht in die Altersvorsorge gesteckt haben.

Und vielleicht ist diese Unvernunft gerade das, was uns das Kindliche bewahrt. Uns weniger schnell erwachsen werden lässt. Und uns aber auch die Kreativität und den Erfindungsgeist bewahrt.

[1] Ich hoffe ihr hattet alle ein Handtuch am Samstag dabei. Bei dem Regen hat es sich gelohnt.
[2] Ja, wir zitieren jetzt auch schon Nietzsche. Wir haben ja sonst nichts zu tun.
[3] Ich beziehe ab jetzt alle Angaben auf einen Bildungsweg mit Abitur und Studium. Man kann das aber Eins zu Eins auf andere Schulabschlüsse und Lehre oder ähnliche Berufswege umformulieren. Ich lasse das aber einfach mal weg. Lesefluss und so.
[4] Ich liege momentan lange nachts wach, genau solche Fragen diskutiere ich dann mit mir selbst aus.
[5] Bologna-Prozess zur Hochschulreformation
[6] hier, hier, hier [pdf] oder auch hier [pdf] (kleine Auswahl)
[7] Auch wenn es etwas herausgerissen scheint, ein echtes Moneyquote. Auch dazu planen wir einen Blogpost.
[8] Fields-Medaille
[9] Allerdings sollte man die Hoffnung nie aufgeben: Kalte Fusion anyone?

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Geschwurbeltes – Einladung zur Einzugsfeier

Man hat’s nicht leicht, aber leicht hat’s ein! Und als Wissenschaftler ganz besonders. Durch das tägliche Lesen von verschwurbelter wissenschaftlicher Literatur, ist man kaum noch in der Lage selbst einfachste Einladungen zu formulieren, wie durch das folgende (wieder ausgegrabene) Beispiel eindrucksvoll gezeigt wird.

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