Bürger fragen, Politiker antworten (meistens nicht).

So kurz vor der Bundestagswahl gleichen die Fußgängerszonen in den Städten einer Cocktail-Bar zur Happy Hour: überall bunte Schirmchen … rot, grün, orange, gelb, etc. Und darunter kleine Tischchen mit Parteisoldaten auf Stimmenfang.

Die großen Parteien simulieren Bürgernähe.

Plötzlich sind sie alle da und stellen sich den Fragen der Bürger, die sie 4 Jahre lang ingnoriert haben. Nagut, ich will hier jetzt nicht pauschalisieren. So schlimm ist es nicht. Es gibt durchaus große Unterschiede zwischen den Parteien. Um das Ganze mal in Zahlen zu fassen, kann man sich zum Beispiel auf abgeordnetenwatch.de umschauen, welche(r) Abgeordnete des jetztigen Bundestages wieviele Fragen gestellt bekommen hat und wieviele sie oder er davon beantwortet, bzw. mit einer Standard-Antwort à la “Fragen bitte nur über meine Pressestelle …” abgebügelt hat.

Wenn man das dann für alle Abgeordneten des 17. Bundestages macht und schön nach Partei aufschlüsselt, dann erhält man folgendes überaschendes Ergebnis:

Antwortverhalten der Bundestagsabgeordneten

Darüber hinaus lohnt sich auch noch ein Blick auf die einzelnen Spitzenkandidaten der Parteien:

  • Angela Merkel (CDU): 956 Fragen, davon 0 beantwort (0,0%).
  • Peer Steinbrück (SPD): 281 Fragen, davon 1 beantwortet (0,4%).
  • Rainer Brüderle (FDP): 253 Fragen, davon 148 beantwortet (58,5%).
  • Jürgen Trittin (Grüne): 522 Fragen, davon 424 beantwortet (81,2%).
  • Gregor Gysi (Linke): 1012 Fragen, davon 979 beantwortet (96,7%).

Ich überlasse es jedem selbst, daraus Schlüsse zu ziehen und diese ggfs. in das eigene Wahlverhalten am kommenden Sonntag einfließen zu lassen.

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One Response to Bürger fragen, Politiker antworten (meistens nicht).

  1. Hier kommt mein Senf, mach mal was Neues.

Gib deinen Senf dazu ...